Aktualisiert am 15.09.2026
Hast du schon einmal eine böse Überraschung erlebt und dich gefragt: „Das ist nicht die Farbe, die ich mir vorgestellt habe. Wie kommt das?“ Dann bist du hier genau richtig. Am Bildschirm leuchtet dein Motiv, auf dem fertigen Transfer wirkt es matter oder dunkler. Dass Farben im Druck anders aussehen, liegt fast immer am Farbraum. In diesem Beitrag erklären wir dir den Unterschied zwischen RGB und CMYK, zeigen dir, was unser Farbtest ergeben hat, und wie du deine Datei anlegst, damit die Farben im Druck möglichst genau stimmen. So kannst du Farbabweichungen vermeiden.
RGB und CMYK: Licht gegen Druckfarbe
RGB ist der Farbraum von Bildschirmen. Monitor, Smartphone und Kamera mischen ihre Farben aus Licht in Rot, Grün und Blau. Je mehr Licht, desto heller die Farbe. So entstehen sehr leuchtende Töne.
CMYK ist der Farbraum des Drucks. Gedruckt wird mit Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Die Farbe liegt auf dem Material und schluckt Licht, statt selbst zu leuchten. Deshalb ist der CMYK-Farbraum kleiner: Manche Farben, die ein Bildschirm zeigen kann, lassen sich mit Druckfarbe nicht erreichen.
- Besonders betroffen sind leuchtende Grün-, Blau-, Orange- und Pinktöne. Sie werden im Druck matter.
- Am Bildschirm wirken Farben immer etwas heller und strahlender als auf dem fertigen Transfer, weil der Bildschirm selbst leuchtet.
- Beim Umwandeln von RGB in CMYK werden Farben, die außerhalb des Druckfarbraums liegen, auf die nächste druckbare Farbe verschoben. Passiert das erst beim Druck, hast du keinen Einfluss mehr darauf.
Beim DTF-Druck kommt Weiß als eigene Farbe dazu. Es wird hinter die Farben gedruckt, damit sie auch auf dunklen Textilien kräftig bleiben. Weiße Stellen im Motiv legst du als CMYK 0/0/0/0 an. Bei Sublimation und bei UV-DTF Transparent wird kein Weiß gedruckt. Dort scheint der Untergrund durch und beeinflusst die Farbe, deshalb wirken die Farben auf hellem Untergrund am besten.
Unser Farbtest: ein Motiv, vier Dateien
Wie groß der Unterschied in der Praxis ist, wollten wir selbst wissen. Deshalb haben wir dasselbe Motiv in vier Fassungen gedruckt und die Drucke miteinander verglichen: zweimal in CMYK, einmal mit DeviceCMYK und einmal mit ISO Coated v2 (ECI), dazu dieselbe Datei in RGB, einmal als PDF und einmal als PNG. Das Ergebnis:
- CMYK mit DeviceCMYK oder ISO Coated v2 (ECI): kaum ein Unterschied, die Farben kamen so, wie sie angelegt waren.
- RGB als PDF: nur leichte Abweichungen.
- RGB als PNG: deutliche Farbabweichungen.
Der Grund: Eine PNG-Datei kennt nur RGB. Für den Druck wird sie immer in CMYK umgerechnet, und dabei entsteht unter Umständen nicht die Farbe, die du dir vorgestellt hast. Speichere deine Druckdaten deshalb am besten als PDF in CMYK. Mehr dazu liest du im Beitrag PDF und PNG-Datei im Vergleich.
So legst du deine Datei richtig an
Plane den Farbraum von Anfang an. Wer erst am Ende von RGB auf CMYK umstellt, erlebt die Überraschung schon am Bildschirm und muss nacharbeiten.
- Lege deine Datei von Beginn an im CMYK-Farbraum an.
- Verwende das Farbprofil ISO Coated v2 (ECI), bei Sublimation ISO Coated v2 300 %. Wie du es einrichtest, zeigen wir dir in Wie installiere ich ein ICC-Profil?
- Lege Weiß als CMYK 0/0/0/0 an. Schwarz darfst du bei DTF aus allen Farben mischen, bei Sublimation legst du es als CMYK 0/0/0/100 an, kein 400 Prozent Schwarz.
- Verzichte auf Sonderfarben wie Pantone oder HKS, sie führen zu Farbabweichungen.
- Gold, Silber und Neon können wir nicht drucken, wir drucken ausschließlich in CMYK. Solche Töne lassen sich nur mit CMYK nachstellen, Glanz und Leuchtkraft entstehen dabei nicht.
- Speichere als PDF. Eine PNG kennt nur RGB und wird für den Druck immer in CMYK umgerechnet. Außerdem kann es bei PNG zu Weißblitzern kommen, also feinen weißen Rändern an den Kanten.
Fotos vom Handy, Bilder aus dem Internet und viele Online-Programme arbeiten in RGB. In Canva findest du beim Download als PDF für den Druck die Einstellung Farbprofil CMYK, sofern dein Konto sie anbietet.
Du hast schon eine RGB-Datei? Dann wandle sie selbst um, bevor du sie hochlädst. In Photoshop geht das über Bearbeiten > In Profil umwandeln mit ISO Coated v2 (ECI). Prüfe danach die Farben und hilf nach, wo sie matt geworden sind. So entscheidest du, wie die Farbe aussieht, und nicht die Umrechnung beim Druck.
Wir ändern keine Farben an deiner Datei ab, gedruckt wird, was du anlegst. Alle Vorgaben auf einen Blick findest du unter Druckdaten richtig anlegen.
Farben vor dem Druck prüfen
Jeder Bildschirm zeigt Farben etwas anders. Bildschirmtyp, Helligkeit, Werkseinstellungen und Funktionen wie der Nachtmodus verändern die Darstellung. Dasselbe Motiv sieht deshalb am Handy anders aus als am Laptop oder am Monitor im Büro. Verbindlich zeigt dir kein Bildschirm, wie dein Druck aussieht. Mit diesen Werkzeugen kommst du aber nah heran:
- Farbproof: In Photoshop und Illustrator wählst du unter Ansicht > Proof einrichten das Arbeits-CMYK. Mit Ansicht > Farbproof schaltest du die Druckvorschau ein und aus. Verlässlich ist diese Vorschau nur auf einem kalibrierten Bildschirm, sonst gibt sie dir eine grobe Richtung.
- Farbumfang-Warnung: In Photoshop markiert Ansicht > Farbumfang-Warnung alle Stellen, die sich in CMYK nicht drucken lassen. Sie funktioniert auch ohne kalibrierten Bildschirm, weil sie die Farbwerte deiner Datei prüft und nicht die Anzeige.
- Bildschirm kalibrieren: Mit einem Messgerät zur Bildschirmkalibrierung zeigt dein Bildschirm Farben und Farbproof deutlich genauer.
- Bildschirmhelligkeit: Stell deinen Bildschirm nicht auf volle Helligkeit. Sonst wirkt jede Farbe strahlender, als sie gedruckt wird.
Wirklich verbindlich ist nur ein echter Druck, und genau dafür gibt es unsere Farbkarte.
Sicher gehen mit der Farbkarte
Muss eine Farbe genau stimmen, etwa bei einem Firmenlogo, nimm sie nicht vom Bildschirm ab. Unsere Farbkarten sind echte gedruckte Transfers mit 964 Farbfeldern, jedes mit seinem CMYK-Wert beschriftet. Gedruckt sind sie mit dem Farbprofil ISO Coated v2 (ECI), das wir dir oben empfehlen. Du suchst dir das passende Feld aus und trägst den Wert in deine Datei ein. Behältst du dabei diese Einstellungen bei, kommt dein Druck genau in der Farbe des Feldes. Auch Pantone- oder HKS-Vorgaben aus einem Styleguide gleichst du so am einfachsten ab. Eine kleine Farbkarte steckt auch im Muster-Paket, zusammen mit Testdrucken unserer Produkte.
DTF-Farbkarte ansehenUV-DTF-Farbkarte ansehenMuster-Paket ansehen
Du hast Fragen zu deiner Datei? Schreib uns über unser Kontaktformular, wir helfen dir gern weiter.
Außerdem hilfreich: Druckdaten richtig anlegen.
Passend dazu
14.12.23
Wie installiere ich ein ICC-Profil?
17.11.23
Angepasstes ICC Profil
09.03.23
Grautöne im DTF Druckverfahren
Viel Erfolg beim Veredeln wünscht dir
DTF-King Team