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Was ist DTF? Direct-to-Film-Druck verständlich erklärt

DTF steht für Direct to Film. Das Motiv wird zuerst spiegelverkehrt auf eine beschichtete Transferfolie gedruckt: in CMYK, dahinter eine deckende weiße Schicht. Darauf kommt Schmelzkleber als Pulver, der ausgehärtet wird. Anschließend überträgt eine Transferpresse das Motiv mit Hitze und Druck auf das Textil. Die weiße Deckschicht ermöglicht eine kräftige Farbwiedergabe auf hellen und dunklen Textilien. Das konkrete Ergebnis hängt trotzdem vom Material, von der Färbung, einer möglichen Beschichtung und von der richtigen Verpressung ab. Eine chemische Vorbehandlung des Textils, wie sie beim DTG-Druck häufig erforderlich ist, wird beim Verpressen fertiger DTF-Transfers nicht benötigt. Bei DTF-King kannst du deine Transfers bereits ab einem Stück und ohne Mindestbestellwert bestellen.

DTF-Prozess in sechs Schritten: Druckdaten und RIP, CMYK-Druck spiegelverkehrt, weiße Deckschicht, Schmelzkleber, Aushärten sowie Pressen und Abziehen

So funktioniert DTF Schritt für Schritt

  1. Druckdaten und RIP. Deine freigestellte Datei kommt als PDF oder PNG. Die RIP-Software trennt Farbe und Weißkanal und legt fest, wie viel Weiß hinter welches Farbfeld gedruckt wird.
  2. CMYK-Druck, spiegelverkehrt. Der Tintenstrahldruck bringt die Farbe auf die Folienseite mit Beschichtung. Spiegelverkehrt, weil das Motiv beim Transfer gewendet wird.
  3. Weiße Deckschicht. Fast zeitgleich läuft der Weißauftrag. Diese Schicht sorgt dafür, dass die Farben später auf dunklem Stoff nicht absaufen.
  4. Schmelzkleber. Auf den noch feuchten Druck kommt Thermopulver. Es haftet nur dort, wo Farbe liegt, der Rest der Folie bleibt frei.
  5. Aushärten. Das Pulver wird angeschmolzen und der Druck durchgetrocknet. Danach ist der Transfer lager- und versandfähig.
  6. Transfer mit der Presse. Motiv auflegen, pressen, Folie abziehen. Die konkreten Werte stehen in unseren Pressparametern, sie unterscheiden sich je nach Produkt.
Schichtaufbau eines DTF-Transfers vor und nach dem Pressen: Trägerfilm, Farbschicht CMYK, Weißschicht und Klebeschicht auf dem Textil, der Trägerfilm wird abgezogen

Wie ein DTF-Transfer aufgebaut ist

Von oben nach unten, so wie der Transfer vor dem Pressen auf dem Tisch liegt:

  • Trägerfilm: die PET-Folie, die du nach dem Pressen abziehst
  • Farbschicht: dein Motiv in CMYK
  • Weißschicht: deckt den Untergrund ab
  • Klebeschicht: der ausgehärtete Schmelzkleber, der zum Textil zeigt

Beim Pressen verbindet sich die Klebeschicht mit den Fasern. Der Trägerfilm hat seine Aufgabe dann erfüllt und wird entfernt.

Materialübersicht: Standard-DTF für Baumwolle ab 70 Prozent, Blockout-DTF für Polyester ab 40 Prozent, Sublimation für Polyester ab 80 Prozent, UV-DTF für harte Oberflächen

Welcher Transfer passt zu welchem Material?

DTF bezeichnet zunächst das grundlegende Druck- und Transferverfahren. Welche Transferart für einen Auftrag geeignet ist, entscheidet aber das konkrete Material. Faserzusammensetzung, Färbung, Beschichtung, Oberflächenstruktur und Hitzebeständigkeit beeinflussen die Haftung und das spätere Erscheinungsbild.

Bei DTF-King unterscheiden wir deshalb bewusst zwischen Standard-DTF für Baumwolle und geeignete Baumwollmischgewebe sowie Blockout-DTF für Polyester und polyesterhaltige Textilien. Der spezielle Kleber des Blockout-Transfers reduziert das Risiko, dass Farbstoffe aus dem Textil durch die Presswärme in helle Motivflächen wandern.

Sublimation ist eine eigene Lösung für helle Materialien mit hohem Polyesteranteil. UV-DTF ist dagegen nicht für Textilien vorgesehen, sondern für harte, glatte Oberflächen. Die folgende Übersicht hilft dir bei der ersten Auswahl. Vor einer größeren Serie empfehlen wir trotzdem eine Testpressung auf dem tatsächlich verwendeten Material.

Standard-DTF

Geeignet für

100 % Baumwolle, Baumwollmischgewebe ab 70 % Baumwollanteil

Nicht geeignet für

Polyester, imprägnierte oder beschichtete Textilien

Blockout-DTF

Geeignet für

100 % Polyester, Mischgewebe ab 40 % Polyesteranteil. Der spezielle Kleber hält Farbstoffe aus dem Untergrund zurück

Nicht geeignet für

imprägnierte und wasserabweisende Beschichtungen

Sublimation

Geeignet für

Materialien ab 80 % Polyesteranteil, gängige Sublimationsartikel

Nicht geeignet für

dunkle Stoffe, Baumwolle. Kein Weiß, kein Gold, Silber, Reflex oder Neon

UV-DTF

Geeignet für

harte, glatte Oberflächen: Glas, Porzellan, Keramik, Metall, Kunststoff, Holz. Wird ohne Presse aufgerieben

Nicht geeignet für

Textilien. Nicht lebensmittelecht

Was Textilveredler vor der Serienproduktion prüfen sollten

In der gewerblichen Textilveredelung reicht es nicht aus, nur den Faseranteil auf dem Pflegeetikett zu betrachten. Auch verschiedene Farben, Beschichtungen und Produktionschargen desselben Textilmodells können sich beim Verpressen unterschiedlich verhalten. Eine kurze Arbeitsprobe schützt deshalb vor Ausschuss und unnötigen Nachproduktionen.

  • Material prüfen: Faserzusammensetzung, Beschichtung, Imprägnierung und Pflegehinweise des Textilherstellers kontrollieren.
  • Transfer auswählen: Für Baumwolle und geeignete Mischgewebe Standard-DTF verwenden; bei Polyester und möglicher Farbmigration Blockout-DTF prüfen.
  • Originalmaterial testen: Die Testpressung möglichst auf demselben Textilmodell, derselben Farbe und derselben Produktionscharge durchführen.
  • Druckzone vorbereiten: Nähte, Reißverschlüsse, Taschen, Knöpfe und dicke Saumstellen dürfen keinen ungleichmäßigen Pressdruck verursachen.
  • Restfeuchtigkeit beachten: Feuchte oder stark zerknitterte Textilien bei Bedarf kurz vorpressen. Die verbindlichen Produktparameter dürfen dadurch nicht verändert werden.
  • Presse kontrollieren: Temperatur und Druck müssen über die gesamte Druckfläche möglichst gleichmäßig anliegen.
  • Ersten Druck prüfen: Nach dem vollständigen Abkühlen Haftung, Motivkanten, Oberfläche, Farbe und mögliche Materialveränderungen kontrollieren.
  • Einstellungen dokumentieren: Bei wiederkehrenden Aufträgen Textil, Transferart, Temperatur, Zeit, Druck und Abziehzeitpunkt festhalten.

Erst wenn die Testpressung überzeugt, sollte die vollständige Serie produziert werden. Bei kritischen Textilien helfen dir unser Support und die aktuellen Pressparameter bei der Auswahl.

Vorteile und wo die Grenzen liegen

Was für DTF spricht

  • Ab einem Stück wirtschaftlich, ohne Mindestbestellwert
  • Feine Details, Verläufe und Fotomotive sind möglich, kein Entgittern wie bei Flexfolie
  • Helle und dunkle Textilien ohne Vorbehandlung
  • Transfers lassen sich lagern und später verpressen
  • Nach unseren Praxistests mindestens 60 Waschzyklen

Wo du aufpassen musst

  • Auf großen, vollflächigen Motiven ist der Druck als Schicht spürbar. Bei Sportkleidung mit hoher Atmungsanforderung ist das ein Thema
  • Die Pressparameter müssen stimmen. Zu kalt heißt schlechte Haftung, zu heiß kann den Stoff glänzen lassen
  • Bei Polyester besteht Migrationsrisiko. Dafür gibt es Blockout, aber auch dort gilt: vorher testen
  • Die Folie muss vollständig und im richtigen Temperaturfenster abgezogen werden

DTF aus Sicht professioneller Textilveredler

DTF eignet sich besonders für mehrfarbige Logos, kleine Schriften, Farbverläufe, Fotomotive und personalisierte Aufträge. Weil keine Siebe eingerichtet und keine Folien entgittert werden müssen, lassen sich Einzelstücke, kleine Serien und häufig wechselnde Motive effizient produzieren.

Bei großen, vollständig geschlossenen Farbflächen ist der Transfer deutlicher fühlbar und kann die Atmungsaktivität des Textils reduzieren. Für Sportbekleidung, große Rückenmotive und leichte Funktionsstoffe sind aufgelockerte Motive mit Freiflächen deshalb häufig angenehmer zu tragen als massive Rechtecke.

Auch die Textilfarbe beeinflusst das wahrgenommene Druckergebnis. Die weiße Deckschicht sorgt zwar für Deckkraft, dennoch können Material, Oberfläche und Pressvorgang die Wirkung der Farben verändern. Bei wichtigen Marken- oder Vereinsfarben empfiehlt sich deshalb eine Freigabe über Farbkarte oder Mustertransfer, bevor eine größere Serie produziert wird.

DTF im Vergleich zu DTG, Siebdruck, Flex/Flock und Sublimation

Welches Veredelungsverfahren am besten passt, hängt von Auflage, Motiv, Textil, gewünschtem Griff und vorhandener Produktionstechnik ab. Die Tabelle zeigt typische Einsatzbereiche und dient als erste Orientierung.

 DTFDTGFlex/FlockSiebdruckSublimation
Wirtschaftlich ab1 Stück1 Stückwenige Stückmittlere Auflage1 Stück
Baumwollejajajajanein
Polyestermit Blockouteingeschränktjajaja
Dunkle Stoffejamit Vorbehandlungjajanein
Fotomotive, Verläufejajaneinaufwendigja
Entgittern nötigneinneinjaneinnein
Vorproduktion lagerbarjaneinjaneinja
Griff auf großer Flächespürbarweichspürbarje nach Farbenicht spürbar

Die Angaben sind bewusst als Orientierung formuliert. Wirtschaftlichkeit, Haltbarkeit, Druckgefühl und Materialeignung hängen unter anderem von Motivgröße, Farbanzahl, Auflage, Textilqualität und dem jeweils eingesetzten Produkt ab. Bei größeren oder ungewöhnlichen Aufträgen sollte die Auswahl immer anhand eines konkreten Musters erfolgen.

Vergleich der Druckdaten: links richtig freigestellt mit transparentem Hintergrund, rechts falsch mit weißem Hintergrund, der als Fläche mitgedruckt wird

Druckdaten richtig anlegen

Die verbindlichen Vorgaben stehen in der FAQ und Wissensdatenbank, dort sind sie immer aktuell. Die vier Punkte, an denen es in der Praxis am häufigsten hängt:

  • Freistellen. Der Hintergrund muss transparent sein, nicht weiß. Ein weißer Hintergrund wird als Fläche gedruckt
  • Auflösung. Für die tatsächliche Druckgröße rechnen, nicht für die Bildschirmansicht
  • Format. Wir nehmen PDF und PNG, einseitig
  • Weiß im Motiv. Weiß als Gestaltungsfarbe ist möglich und wird gedruckt. Nicht mit dem transparenten Hintergrund verwechseln

Wenn du mehrere Motive auf einen Bogen legen willst, geht das im DTF-Designer direkt im Browser, inklusive Vorschau der Ausnutzung.

Pressparameter als Richtwerte: Standard-DTF 130 bis 140 Grad Celsius, 12 bis 15 Sekunden, ca. 3 bar; Blockout-DTF 120 bis 130 Grad Celsius, 12 Sekunden, ca. 3 bar

Pressen, Waschen, Lagern

Pressen. Für Standard-DTF gelten 130 bis 140 °C, 12 bis 15 Sekunden, mittlerer Druck von etwa 3 bar. Für Blockout-DTF 120 bis 130 °C, 12 Sekunden, ebenfalls etwa 3 bar. Das sind Richtwerte: Pressen weichen ab, deshalb bleibt die Testpressung Pflicht. Die jeweils aktuellen Werte stehen bei den Pressparametern.

Achte außerdem darauf, dass das Motiv vollständig auf der ebenen Pressfläche liegt. Nähte, Kragen, Reißverschlüsse, Knöpfe oder Taschen können verhindern, dass der erforderliche Druck gleichmäßig auf das gesamte Motiv wirkt. Bei solchen Textilien kann eine kleinere Wechselplatte oder eine geeignete Pressunterlage helfen, die eigentliche Druckfläche anzuheben.

Die Druckanzeige verschiedener Transferpressen ist nicht direkt miteinander vergleichbar. Entscheidend ist deshalb nicht allein der angezeigte Wert, sondern ein gleichmäßiges Ergebnis auf dem verwendeten Textil. Richte dich immer zuerst nach den Angaben des bestellten DTF-King-Produkts.

Waschen. Unsere Empfehlung: bei 30 °C und auf links gedreht. So hält der Druck am längsten. Die Produktseiten weisen DTF-Transfers als waschbar bei 30 °C aus. Bei Sublimation richtest du dich nach dem Pflegehinweis des Textils. Verbindlich ist die Angabe beim jeweiligen Produkt. Kein Weichspüler direkt auf dem Druck, nicht chemisch reinigen.

Lagern. Fertige Transfers sind lager- und versandfähig. Trocken, flach und ohne direkte Sonne, dann kannst du eine Serie vorproduzieren und über Wochen abrufen.

Häufige Fragen

Was bedeutet DTF?

Direct to Film. Das Motiv wird auf eine Transferfolie gedruckt und von dort auf das Textil übertragen, im Unterschied zu DTG, wo direkt auf den Stoff gedruckt wird.

Funktioniert DTF auf Polyester?

Standard-DTF nicht zuverlässig, weil Farbstoffe aus dem Polyester in den Druck migrieren können. Dafür gibt es Blockout-DTF mit speziellem Kleber. Auch dort empfehlen wir eine Testpressung am konkreten Material. Weitere Infos zu Blockout-DTF

Wie lange hält ein DTF-Druck?

In unseren Praxistests mindestens 60 Waschzyklen. Wie lange es im Alltag wirklich hält, entscheiden Pressparameter, Textilqualität und Waschverhalten.

Brauche ich eine Vorbehandlung des Textils?

Nein, die Textilien müssen nicht vorbehandelt werden.

Ab welcher Menge lohnt sich das?

Ab einem Stück. Es gibt keinen Mindestbestellwert und keine Mindestauflage.

Welche Dateien nehmt ihr?

PDF und PNG, einseitig, freigestellt. Die vollständigen Vorgaben stehen in der FAQ.

Kann ich mehrere Motive auf einen Bogen legen?

Ja. Deine Druckdatei sollte im Format des Produktes vorliegen, das du auswählen möchtest. Auf dieser Datei kannst du mehrere Motive platzieren. Alternativ nutzt du unseren DTF-Designer, dort siehst du direkt, wie gut der Bogen ausgenutzt ist.

Wie lange dauert die Produktion?

Standardproduktion 1 bis 3 Werktage. Mit Express und vollständigen, fehlerfreien Daten bis 11 Uhr geht die Bestellung mit Expressversand am selben Tag raus. Werktage, kein Samstag, Sonntag oder Feiertag.

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Über diesen Artikel

Erstellt von der Produktion der Printsyndikat GmbH, die die DTF-Transfers für DTF-King druckt. Unsere Angaben stammen aus dem laufenden Betrieb mit rund 4.000 Metern Tagesproduktion und eigenen Waschtests über 60 Zyklen.

Verbindlich sind immer die Angaben auf der Produktseite des bestellten Artikels sowie die FAQ und die Pressparameter.

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